Was ist eine DiGA und wie funktioniert sie?
DiGA steht für Digitale Gesundheitsanwendung — eine digitale Anwendung, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und in das offizielle DiGA-Verzeichnis aufgenommen hat. Eine DiGA ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt nach EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), das in einer klinischen Bewertung einen positiven Versorgungseffekt nachgewiesen hat. Sobald sie gelistet ist, sind die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verpflichtet, sie auf Rezept zu erstatten — die versicherte Person zahlt nichts aus eigener Tasche. Genau das meint die geläufige Formulierung „App auf Rezept".
DiGAs adressieren eine definierte Indikation (z. B. Reizdarmsyndrom, chronische Insomnie, Depression) und eine definierte Patientengruppe. Es sind keine Lifestyle-Apps, sondern regulierte Medizinprodukte.
Gibt es eine Reizdarm-DiGA in Deutschland?
Ja — aber nur eine. Stand 30. April 2026 ist im BfArM-DiGA- Verzeichnis genau eine digitale Gesundheitsanwendung für das Reizdarmsyndrom gelistet: Cara Care für Reizdarm der HiDoc Technologies GmbH. Sie ist seit dem 26. Dezember 2021 dauerhaft aufgenommen und damit die einzige DiGA in der gesamten Kategorie „Verdauung" des Verzeichnisses. Eine zweite reizdarmspezifische DiGA existiert nicht, und auch für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) ist derzeit keine DiGA gelistet.
Das BfArM-Verzeichnis wird regelmäßig aktualisiert. Vor jeder klinischen oder versicherungsbezogenen Entscheidung empfiehlt sich ein Blick in das aktuelle BfArM-DiGA-Verzeichnis — Listungen können sich ändern.
Wie bekomme ich eine DiGA auf Rezept?
Der Weg ist einfacher als er aussieht. Zwei Routen sind möglich:
- Per Rezept: eine Ärztin oder ein Arzt (Hausarzt, Gastroenterologin oder Psychotherapeut:in) stellt ein elektronisches Rezept mit der passenden Pharmazentralnummer (PZN) aus. Du leitest das Rezept an deine Krankenkasse weiter, bekommst einen Freischaltcode und schaltest damit die App frei.
- Direktantrag bei der Krankenkasse: liegt eine passende gesicherte Diagnose (ICD-10) bereits vor, kannst du die DiGA auch ohne erneuten Arztbesuch direkt bei deiner Krankenkasse beantragen. Die Kasse stellt den Freischaltcode aus, wenn die Indikation passt.
Für Cara Care für Reizdarm ist die Indikation ein gesichertes Reizdarmsyndrom (ICD-10 K58) bei Erwachsenen. Ein Verschreibungs zeitraum umfasst 12 Wochen Zugang, Verlängerung ist möglich.
Wer trägt die Kosten — Krankenkasse oder ich?
Für GKV-Versicherte ist eine verschriebene DiGA voll erstattet — 0 € aus eigener Tasche. Die Krankenkasse zahlt direkt an den Hersteller. Für Cara Care für Reizdarm liegt der aktuelle Listenpreis bei 248 € für 90 Tage Zugang (Stand: April 2026). Private Krankenversicherungen (PKV) und Beihilfe erstatten je nach Tarif — die meisten modernen PKV-Tarife übernehmen DiGAs, ältere Verträge nicht zwingend.
Im Gegensatz dazu kostet ein Selbstzahler-Tool wie DarmKompass 0 € im Gratis-Tier und 2,99 € pro Monat für Premium — privat bezahlt, ohne Rezept, ohne Beteiligung der Kasse. Die finanzielle Frage ist also nicht „kostenlos vs. teuer", sondern welcher Kanal passt zu deiner Situation: verschreibungs basierte Therapie auf Kosten der Kasse — oder ein selbstgesteuertes Werkzeug, das du komplett selbst kontrollierst.
Wann lohnt sich eine DiGA, wann ein Selbstzahler-Tool?
Eine DiGA ist sinnvoll, wenn:
- du eine gesicherte Reizdarm-Diagnose hast (Rome IV, ICD-10 K58) — ohne sie kein Rezept.
- du bereit bist, dich auf ein strukturiertes 12-Wochen- Programm mit täglichen Inhalten einzulassen (CBT, Hypnose-Module, FODMAP-Anleitung).
- du klinisch bewertete Inhalte willst — und akzeptierst, dass die App strukturell an Leistungserbringer angebunden ist.
Ein Selbstzahler-Tool wie DarmKompass ist sinnvoll, wenn:
- du noch in der Diagnose-Phase bist und Daten für den nächsten Termin in der Gastroenterologie brauchst — kein 12-Wochen-Therapieprogramm.
- du ein privates Logbuch willst, ohne dass deine Krankenkasse die Daten je sieht.
- du ein Werkzeug brauchst, das du jederzeit aus- und einschalten kannst — kein Rezept, kein Freischaltcode, kein Verlängerungszwang.
Die beiden Wege schließen sich nicht aus. Viele Betroffene starten mit einem Selbstzahler-Logbuch, kommen damit zur gesicherten Diagnose, und ziehen erst dann eine verschreibungsfähige DiGA für die strukturierte Therapie in Betracht. Den ausführlichen Vergleich aller Reizdarm-Apps findest du in unserer App-Vergleichs-Übersicht.
Wie unterscheidet sich DarmKompass von einer DiGA?
Wir sind in dieser Frage komplett transparent: DarmKompass ist keine DiGA. Wir sind nicht im BfArM-DiGA-Verzeichnis gelistet. Wir haben keine CE-Zulassung als Medizinprodukt. Wir haben keinen positiven Versorgungseffekt nach BfArM-Methodik nachgewiesen. Es gibt keinen Rezept-Weg, keine Pharmazentralnummer, keinen Freischaltcode der Krankenkasse.
Was DarmKompass ist:
- ein selbstgesteuertes Reizdarm-Logbuch — Bristol- Stuhlformen-Skala, IBS-SSS-Score, Trigger-Erkennung über Ernährung, Stress und Schlaf, arztfertiges PDF.
- kostenlos im klinischen Kern; Premium (2,99 €/Mo) ergänzt Zyklus-Layer, Praxis-gebrandetes PDF und erweiterte Trigger-Korrelationen.
- nur Selbstzahler: ohne Rezept, ohne Beteiligung der Krankenkasse, ohne Freischaltcode, ohne Eintrag in eine Krankenakte.
- EU-Hosting (Supabase Frankfurt), DSGVO-konform, keine Werbe-Tracker, keine Weitergabe an Dritte — Details in unserer Datenschutzerklärung.
- Bewusst nicht-diagnostisch: wir stellen keine Reizdarm-Diagnose, verschreiben keine FODMAP-Elimination, ersetzen keine ärztliche Bewertung. Wir helfen dir, mit strukturierten Daten in den Gastroenterologie-Termin zu gehen.
Wenn du am Anfang deines Reizdarm-Wegs stehst und ein kostenloses, schnelles, privates Werkzeug brauchst, um 14 bis 28 Tage strukturierte Daten zu sammeln, starte die kostenlose DarmKompass-App oder lade die druckbare 7-Tage-Vorlage als PDF herunter. Eine ausführliche Anleitung zum Tagebuch-Format findest du im Beitrag Reizdarm-Tagebuch (PDF). Wenn du eine gesicherte Diagnose hast und ein strukturiertes 12-Wochen-Therapieprogramm auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse willst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Cara Care für Reizdarm — für diesen Weg ist es das richtige Werkzeug.